Herr Turban können Sie uns von ihrer Taufe erzählen?
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Michael Turban beim Eröffnungsgottesdienst des JAhres zur Taufe. Foto: Neumann
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Michael Turban Statement beim Gottesdienst Eröffnung „JAhr zur Taufe“ am 19. April 2009
Herr Turban können Sie uns von ihrer Taufe erzählen?
Mein Name ist Michael Turban. Ich bin 44 Jahre alt, verheiratet seit 20 Jahren.
Wir haben einen Sohn der 23 Jahre alt ist.
Eigentlich bin ich zur Taufe gekommen wie Maria zum Kind.
Alles begann auf einem Feuerwehrfest in unserem Dorf, bei dem ich als Mitglied des Dorfklubs mitgefeiert hatte.
Zu der Zeit war ich ziemlich betrunken und hatte wohl auch allen Grund dazu, denn in meinem Leben schien alles furchtbar schief zu laufen.
Meine Firma, die außerordentlich erfolgreich startete, erwies sich nach zwei Jahren als großer Reinfall. Ein erheblicher Berg Schulden blieb übrig.
Es war wie in einem schlechten Märchen. Freunde waren weg, Geld war ganz weg, Frau war fast weg.
Ich wusste, dass ich unter diesen Bedingungen keine Chance hatte, richtig Leben zu können.
In meiner tiefen Trauer, über all diese Fehlentscheidungen und Einsamkeit, habe ich öfter über Selbstmord nachgedacht.
Bei oben genanntem Feuerwehrfest erschien dann zu fortgeschrittener Stunde ein Mann, den ich nicht kannte, der aber scheinbar mich kannte.
Er sprach mich an und bat mich ihm bei einem Projekt „Der @ndere Gottesdienst“ zu helfen.
Ich wusste nicht, dass es sich da um den Ortspfarrer handelte. (Sonst wäre das Gespräch wohl nicht lange geworden.)
Er erzählte mir von seinem Traum einen Gottesdienst zu gestalten, in dem Menschen die Jesus nicht kennen, auf eine moderne Weise ihn und sich wieder finden können und sich ernst genommen sehen.
Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber ich habe trotzdem „JA“ gesagt.
Denn er sagte zu mir: „Ich brauche dich!“
Das war der Anfang vom Anfang.
Nach einigen schmerzhaften Umgestaltungen innerhalb der damaligen Gottesdienstband, haben wir zu einer Besetzung gefunden, die einen modernen Sound im Gottesdienst möglich gemacht hat.
So habe ich vier Jahre lang, während dessen ich Musik machte, Gottes Wort gehört.
Ich habe mich an den meisten Stellen persönlich angesprochen gefühlt.
Ich fing an in der Bibel zu lesen. Ich wollte herausbekommen, ob dieser Gott auch etwas für mein Leben ist. Eines Tages, nach dem ich wie an jedem Abend in der Bibel las, wurde ich müde und schlief über der Bibel ein.
Am nächsten Morgen habe ich an derselben Stelle weiter gelesen.
Es war vom Sterben Jesu am Kreuz die Rede.
Ich war tief berührt von der außerordentlichen Liebe, die Jesus den Menschen gegenüber hat und fühlte mich persönlich von ihm angesprochen.
Die folgenden Minuten waren die folgenreichsten meines Lebens.
Denn ich bat diesen Jesus mir selbst alles zu erklären und mir zu helfen.
Seit dem veränderte sich vieles in meinem Leben.
Es kamen zum Beispiel immer mehr wildfremde Menschen auf mich zu und baten mich, dass ich ihnen helfen möge, wie zum Beispiel der neu entstandene Gottesdienst Greifbar.
In dieser Gemeinde durfte ich geistlich wachsen.
Eines Tages habe ich meine Frau gefragt, ob sie sich mit mir zusammen taufen lassen würde.
Und zwar zu unserem 40. Geburtstag. Sie hat mit „JA“ geantwortet.
Und so begann auch für sie ein neuer Weg des Glaubens.
Getauft wurden wir genau von dem Pfarrer, der mich damals auf dem Feuerwehrball angesprochen hatte.
Unsere Taufschale haben wir uns selbst gekauft – bei IKEA in Leipzig. Denn unser Tauffest fand in der Gaststätte in Görmin statt.
Seit dem haben wir beschlossen morgens bevor wir aus dem Haus gehen, zusammen die Losung zu lesen und um Gottes Segen für den Tag zu bitten.
Manches, was wir über uns und unser Leben mit dieser neuen Perspektive erfahren haben, machte uns zu Anfang Angst und unsicher. Aber wir konnten unsere Sorgen und Ängste im Gebet Gott in die Hände legen.
Es hat zwar eine lange Zeit gebraucht, bis wir zu dieser Entscheidung „JA“ gesagt haben. Vieles hätte ich mir früher gewünscht.
Aber es war nicht zu spät. Wir danken Jesus Christus dafür, dass er vergibt und dass wir jeden‚ Tag neu beginnen können mit seinem Segen.
Das macht uns für das Leben stark.
Michael Turban

