Pommersche Landessynode beriet über „JAhr zur Taufe“
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Das Plenum. Foto: Neumann
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Züssow (rn). Die Pommersche Landessynode hat sich auf ihrer Frühjahrstagung mit dem geplanten „JAhr zur Taufe“ befaßt, das am 19. April 2009 im Greifswalder Dom St. Nikolai eröffnet werden soll. Dazu wurde eine Projektstelle mit Begleitgremium beschlossen.
Kirchenrat Matthias Bartels gab dazu die Einführung und fragte: „Was verstehen wir eigentlich unter dem, was Gott in der Taufe uns schenkt? Geht es um die Rettung von Seelen? Geht es um die Berufung zu einem Leben in der Beziehung zu Gott? Geht es um einen geheimnisvoll wirkenden, Schutz spendenden Segen, wie Eltern oft erhoffen (Psalm 91,11)? Geht es um das Zeichen, dass ein Kind/Heranwachsender/Erwachsener nun zur Kirche/Gemeinde gehört? Geht es um das Verständnis des Patenamtes, der „Glaubenseltern“, gerade auch in der Situation vieler nicht-christlicher Eltern“ Und er kam zu dem Schluß: „Sie werden natürlich sagen: all das spielt eine wichtige Rolle im Taufgeschehen.“
Sodann gab Bartels einen Einblick in statistische Daten: „Die Zahl der Konfirmanden im Verhältnis zu den Kirchenmitgliedern. Pommern war am schlechtesten. Eine andere Zahl hat mich dann aber beunruhigt: im Jahr 2008 wurden in Pommern 3700 Kinder geboren. Davon sind etwa 250 getauft worden. Im Verhältnis zur Kinderzahl sind das weniger als kurz vor der Wende, nämlich 7,5 %. Bei den Konfirmationen ist es ähnlich. Wir können also nicht in erster Linie sagen: wir taufen weniger, weil es weniger Kinder gibt. Das auch. Sondern wir werden fragen: Warum nimmt ein immer größerer Prozentsatz der Eltern dieses Angebot der freien Gnade für ihre Kinder nicht an? Dies kann uns nicht gleichgültig lassen.“
Und er berichtete von einer weiteren Beobachtung: „Von den 2008 geborenen Kindern aus Ehen, in denen beide Partner evangelisch sind, sind 2008 über 200% der Kinder getauft worden. Dies zeigt zum einen, dass die Hälfte der Taufen in unseren Gemeinden „Gasttaufen“ sind. Das ist schön. Aber es verstellt ein wenig den Blick auf die Situation in unseren Gemeinden: im Schnitt haben wir pro Kirchenkreis noch 75 getaufte Kinder eines Jahrgangs. Von den Kindern alleinerziehender Evangelischer übrigens sind in Pommern im letzten Jahr unter 25 % getauft worden.“
So kommt Bartels zu dem Schluß: „Wir haben die theologische Herausforderung, Menschen mit dem Sakrament der Gnade zu erreichen und haben dabei ganz viele Möglichkeiten und hoffentlich offene Türen, die wir durchschreiten können.“
Bartels beendete seine Einführung mit dem Appell: „Lassen Sie uns das Thema Taufe wieder ganz neu ins Zentrum unseres Nachdenkens und Handelns in unserer Kirche stellen, damit die Botschaft von der freien Gnade Gottes möglichst vielen Menschen nahegebracht werden kann und viele die Möglichkeit bekommen, mit diesem Evangelium in Berührung zu kommen und sich von diesem Evangelium berühren zu lassen.“
Die Landessynode beschloß am Sonnabendnachmittag: „Die Projektstelle zum „Jahr zur Taufe“ wird für insgesamt sechs Jahre eingerichtet und mit einer Pfarrerin/einem Pfarrer der PEK besetzt, die/der über die theologischen, pädagogischen, missionarischen und gemeindeberatenden Kompetenzen verfügt, um das Thema möglichst konkret in Gemeinden und Einrichtungen vor Ort zu befördern." (28.3.2009)

