Fundament für den Glaubensweg

 

 



Gottvertrauen: Melanie und Andreas Schuldt mit Benny und Täufling Bruno am Taufstein der Kirche zu Loitz. Foto: privat

Warum taufen wir unsere Kinder? Viele Christen, denen Gottes Wort und der christliche Glaube wichtig ist, beschäftigt diese Frage. Die Taufordnung etwa der Pommerschen Evangelischen Kirche kennt nebeneinander die Möglichkeit der Taufe von Kleinkindern und von Erwachsenen, die zuvor nicht getauft worden sind.

Melanie Schuldt ist seit dem Jahr 2000 mit ihrem Mann Andreas verheiratet. Das Ehepaar hat zwei Kinder: Benny wurde am 25. April 2003 geboren. Bruno, geboren am 10. Februar 2010 wurde am 7. August 2010 in der Kirche St. Marien in Loitz getauft.

Frage:

Warum habt ihr Bruno und Benny taufen lassen? Was sind eure Beweggründe?

Eltern:

Die Taufe unserer Söhne Benny und Bruno ist für uns sehr wichtig. Wir wollen Benny und Bruno den Weg bereiten für ihren Lebensweg und auch ein Fundament bauen für ihren eigenen Glaubensweg.

Auch wollen wir, dass Bruno – genau wie sein großer Bruder Benny – in die christliche Gemeinschaft aufgenommen wird. Wir haben ja auch schon kirchlich geheiratet, weil uns die Kirche wichtig ist und wir uns der Gemeinschaft verbunden fühlen.

Nachfrage:

Wie zeigt sich diese Verbundenheit?

Andreas:

Wir leben beide im Vertrauen zu Gott, so dass es uns wichtig ist, Bruno und Benny ein christlich geprägtes Leben vorzuleben. Beide sollen die christliche Gemeinschaft erfahren, indem sie beispielsweise zuerst in den evangelischen Kindergarten und dann zur Christenlehre gehen.


Frage:

Ihr habt Euch für einen separaten Tauf-Gottesdienst am Sonnabend entschieden – warum?

Eltern:

Wir haben uns mit weiteren zwei Tauffamilien zusammengetan. So hatten wir einen festlichen Tauf-Gottesdienst in einer vollen Kirche. Die anwesende Kinderschar lockerte den Tauf-Gottesdienst sehr auf.

Frage:

Wie bereiteten Sie sich auf die Taufe vor? Taufgespräch, Taufgruppe …

Melanie:

Mit dem Pastor haben wir ein Taufgespräch geführt. In diesem Gespräch haben wir auch den Taufspruch und die Lieder besprochen.

Frage:

Wie lautet der Taufspruch für Bruno?

Eltern:

Taufspruch: "Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn allein du Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne"

Frage:

Gab es für Euch die Möglichkeit, die Tauffeier selbst mitzugestalten oder einzelne Elemente auszuwählen?

Melanie:

Ja. Die Mitgestaltung des Gottesdienstes wird mit dem Pastor abgesprochen, zum Beispiel Auswahl der Lieder durch die Eltern, oder Fürbitten können von Familienmitgliedern gesprochen werden.

Frage:

Wie ging es nach dem Tauf-Gottesdienst weiter?

Eltern:

Nach dem Tauf-Gottesdienst trafen wir uns wir mit den Gästen bei uns zu Hause. In unserem Garten waren wir bei einer Grillparty gemütlich beisammen.

Frage:

Was wünscht ihr Bruno und Benny für ihre Zukunft?

Andreas:

Ich möchte, dass meine Kinder an etwas anderes glauben: an etwas anders als den Konsum; etwas anderes als den Egoismus. Antoine de Saint-Exupéry sagt: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer." Im Leben geht es nicht nur darum, was zu beschaffen, zu bewirken und zu bearbeiten ist! Es geht um den Glauben, der dem Leben Sinn schenkt.

Melanie:

Wir wollen Weichen stellen! Wir wollen unseren Kindern eine Erziehung geben, die Gott mit einbezieht. Ein Kind erfährt ohne religiöse Erziehung nur schwer, wofür es sich entscheiden könnte.

Und selbstverständlich wünschen wir – wie alle Eltern auch –, dass alle Gesund bleiben und dass der Zusammenhalt, die Lebensfreude und die Verlässlichkeit bleiben.

Frage:

Welche Rolle spielt der Glaube für euch?

Eltern:

Der Glaube ermutigt zum Leben und befähigt zur Liebe. Dies glauben wir, obwohl wir nicht die großen Kirchgänger sind.

Frage:

Welche Bedeutung hat für euch das kirchliche Patenamt? Was waren eure Kriterien bei der Wahl der Taufpaten? Welche Erwartungen verbindet ihr mit dem Patenamt?

Eltern:

Bei der Auswahl der Paten ist uns wichtig, dass eine gute Beziehung zur Familie besteht. Es sollte die Bereitschaft da sein, für das Kind Zeit und Geduld zu haben, zum Beispiel für gemeinsame Unternehmungen und Gespräche. Eine Patenschaft sollte keine materielle Verpflichtung sein. Es ist uns wichtig, dass die Paten Bruno begleiten und sich um ihn kümmern. Ein Pate sollte im Notfall Verpflichtungen übernehmen und auch im Alltag als Ansprechpartner für Bruno und uns als Eltern da sein. Wir wollen uns auf einen Paten verlassen können. Es gibt in einer Familie öfters Situationen, wo man helfende Hände nötig hat und auch Kraft benötigt.

 

Ute Kaiser

 

Aus Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung vom 30. Januar 2011