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Die Taufschale wird in den Dom gebracht. Foto: Neumann
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Pommersche Kirche eröffnet „JAhr zur Taufe“
Greifswald (rn). Mit einem Taufgottesdienst im Greifswalder Dom St. Nikolai hat die Pommersche Evangelische Kirche am 19. April 2009 das „JAhr zur Taufe“ eröffnet. Seit der Zeit der alten Kirche heißt dieser Sonntag "Quasimodogeniti", also wie das Motto des Taufjahres: "wie neugeboren".
Zu Beginn wurden Gegenstände, die mit der Taufe in Verbindung stehen, aus den Gemeinden hineingetragen. Darunter die Taufschale einer Gemeinde und auch ein Taufkleid, das seit fünf Generationen in Gebrauch ist.
Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit sagte zur Begründung der Aktion: „Wir müssen und angesichts aller Strukturdebatten und aller Routine fragen, was uns trägt.“ Die Grundfrage sei, ob es einen „Schlüssel zum ewigen Leben“ gibt. Mit dem üblichen „lebenshungrigen Verhalten und dem Versuch moralischer Vervollkommnung“ komme man nicht weiter. „Der Schlüssel heißt ,Neugeburt’“, so Abromeit. Die Taufe schaffe Kontakt zu Christus. „Dabei verändert der Anschluß an Jesus Christus nicht nur die Zukunft sondern auch die Vergangenheit,“ denn wer an ihn glaube und getauft sei, so der Bischof, „darf behütet und getröstet leben.“
Beim „JAhr zur Taufe“ wolle man sich fragen, „was Taufe ist, in welche Wirklichkeit sie uns versetzt und wie der Reichtum und die Kraft der Taufe unter uns wieder neu entdeckt werden können.“
Bewegend waren die „Statements der Generationen“. Da sagte ein Jugendlicher, daß „ich zur Ruhe kommen kann in der Gemeinschaft in die hinein ich getauft wurde.“ Ein Mann im mittleren Lebensalter sagte, daß er, leicht angetrunken, bei einem Dorffest, von einem Pfarrer angesprochen wurde. „Ich brauche dich,“ hörte er damals. Vier Jahre später hatte er ein Erlebnis, als er am Morgen die Bibelstelle sah, die er am Abend zuvor gelesen hatte – es war der Tod Jesu am Kreuz. „Da war für mich alles klar,“ sagte er und ließ sich mit seiner Frau taufen. Und eine ältere Dame sagte, daß sie lange Zeit nicht wußte, ob und wo sie getauft worden sei. Bei der Flucht sei alles verlorengegangen. Erst später habe eine Verwandte ihr von ihrer Taufe in Hinterpommern berichtet. „Das hat mich zufrieden und glücklich gemacht,“ sagte sie zum Schluß ihres Berichtes.
Gegen Ende des Gottesdienstes kam der Kindergottesdienst mit vier großen geschmückten Taufkerzen zurück, die Vertretern der vier pommerschen Kirchenkreise übergeben wurden. Daran konnten dann alle – als Tauferinnerung – eine kleine Taufkerze entzünden, sodaß am Ende viele kleine Tauflichter brannten. Während des Gottesdienstes brannten schon die drei Taufkerzen der Kinder die durch Pfr. Matthias Gürtler getauft worden waren.
Mit dem JAhr zur Taufe unter dem Motto „wie neu geboren“ stellt die Pommersche Evangelische Kirche auf all ihren Arbeitsebenen das Thema „Taufe“ für die kommenden Jahre in den Vordergrund. Das Projekt soll in drei Phasen bis 2014 möglichst vielen Menschen die befreiende Botschaft Jesu nahebringen. (20.4.2009)
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