Soll mein Kind jetzt getauft werden oder soll es als Erwachsener lieber selbst darüber entscheiden?

 

Diese Frage ist in der Geschichte der Kirche von verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften unterschiedlich beantwortet worden. In früheren Zeiten gehörte es zum „guten Ton“, dass ein Kind möglichst bald nach der Geburt getauft wurde.

Heute entschließen sich Eltern oft, ihren Kindern diese Entscheidung z.B. in der Konfirmandenzeit selbst zu überlassen.

 

Prinzipiell erhalten Menschen unabhängig von ihrem Lebensalter in der Taufe Anteil an der Gnade Gottes und seinem Segen.

 

Die Taufe eines Kindes kann dabei auf besondere Weise die Bedingungslosigkeit der göttlichen Heilszusage zum Ausdruck bringen. Demgegenüber macht die Taufe eines Erwachsenen den verpflichtenden Charakter der Taufe stärker bewusst.

 

In jedem Fall ist mit der Taufe ein Wachstumsprozess verbunden, d.h. sie bedarf nicht nur der Vorbereitung, sondern auch der Weiterführung, Einübung und Befestigung. Wenn Eltern ihre Kinder nicht in den ersten Lebensjahren taufen lassen möchten, kann das Angebot einer Segnung des Kindes Bestandteil des Taufweges sein. Allerdings werden sich auch heranwachsende Kinder nur für etwas entscheiden können, was ihnen nicht völlig fremd ist und das ihnen durch Anschauung, Vorbild, Fröhlichkeit und Unterweisung lieb gemacht worden ist – dies sollte Eltern klar sein.